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Als meine Tante Schwester Sofia, vor über 20 Jahren nach Timbaúba kam, war die hohe Kindersterblichkeit ein sehr großes Problem. 150 von 1000 Kindern sind im Schnitt damals innerhalb des 1. Lebensjahres gestorben. Dagegen wurde von der Katholischen Kirche, Unicef und anderen Organisationen Maßnahmen (Aufklärung, med. Hilfe usw.) unternommen und die Sterblichkeitsrate unter Kleinkindern ist deutlich zurückgegangen.
Heute stellt die Kriminalität ein riesiges Problem dar. Jugendliche und junge Erwachsene (16.-27.Lj) geraten sehr schnell und leicht in kriminelle Machenschaften wie z. B. Überfälle, Diebstähle, Drogen- und Waffenhandel und schwerere Verbrechen.
In Timbaúba sterben im Jahr ca. 30 - 40 Jugendliche auf Grund ihrer kriminellen Vorgeschichte. Folgen die jungen Kerle den ersten Einladungen
zu krimiellen Aktivitäten ist es fast unmöglich wieder raus zu kommen und ein Ende, entweder im Gefängnis oder auf dem Friedhof, ist abzusehen.
Heute Nacht sind in Recife zwei Jugendliche aus Timbaúba ermordet worden. Einer der beiden war bis vor 2-3 Jahren Schüler hier im Sozialwerk. Er ist in katastrophalen Familienverhältnissen
aufgewachsen. Seine Mutter war drogenabhängig und er ist (wie viele Kinder hier) ohne richtige Bezugsperson aufgewachsen. Vor einem Jahr hat er mit "Kollegen" einen Anderen umgebracht. Die
'Mörder' tauchen unter, verwickeln sich weiter in kriminelle Handlungen bis sie wie schon geschrieben entweder im Gefängnis landen oder umgebracht werden.
Zum Teil werden die Gefangenen entlassen damit sie daraufhin umgebracht werden. So wird man hier Verbrecher los...
Die Menschen sind oft erleichtert wenn jemand der schon Dreck am Stecken hat umgebracht wird... "dann isses einer weniger" und "der hat´s ja nicht anders gewollt" und "besser wenn die
Jungen ermordet werden denn im Gefängis kostet es den Staat ja noch Geld"...
Um auf diese Situation aufmerksam zu machen und den Schülern hier im Sozialwerk die Problematik zu verdeutlichen steht seit 3 Jahren hier auf dem Gelände eine "Pieta" : Maria mit ihrem toten Sohn
Jesus auf dem Schoss. Sie wurde so gestaltet dass sich die Situation der Jugendsterblichkeit hier in Timbaúba bzw. Pernambuco wiederspiegelt.
Die Tonfigur stellt eine Mutter dar die um ihren toten Sohn auf ihrem Schoß trauert. Die Mutter sitzt vor ihrem Häuschen zu dem eine Treppe hinauf führt. Das symbolisiert die Häuser der
Armen die hier in Timbaúba vor allem auf den drei Hüglen wohnen.
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